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Off-Topic

Hier landet alles, was nicht dirket etwas mit der Eichbergmusi im speziellen oder musizieren im algemeinen zu tun hat. Es gab z.B. einmal einen “Literaturkreis“, aus dessen Mitte wieder ein neuer Beitrag entsprungen ist:

Zu Besuch bei einem freundlichen Sextouristen

von Niko, 15. Dezember 2009

Nun, wie ist es in Kuba wird sich wohl mancher fragen die meisten waren ja noch nie da und werden wohl auch nicht so schnell hinkommen obwohl jeder sagt ich will schon noch vorher hin denn wenn der Fidel das zeitliche segnet dann wird alles anders. Dann kommt der Ami. Und der Obama öffnet die Blockade. Und der sozialismo geht unter mit pauken und trompeten. Aber ich kann euch beruhigen. Es wird sich nichts ändern. Alles wird so bleiben wie es ist, denn keiner will dass sich was ändert. Der Fidel hat eine geheime Botschaft an sein Volk gegeben ich habe es aber trotzdem erfahren, obwohl er es in der üblichen Landessprache espaniol ausgegeben hat. Einige Schwierigkeiten und umstände hat es gekostet diese Botschaft in Erfahrung zu bringen aber es ist mir gelungen, über verschlungene Wege, abgründe, lebensbedrohliche Situationen und ekliger Widerlichkeiten. Und nun passt gut auf was der Maximo Leader Fidel für einen perfidelen plan verfolgt. Der Tourist ist der neue Sklave unserer Zuckerinsel. Behandelt ihn schlecht und gebt ihm vor allem ein frühstück das er kaum zu überleben vermag. Das frühstück auf der Insel des che ist das brutalste magentraining das ein Mensch über sich ergehen lassen kann. Nun muß man wissen das wir immer in einem casa particular also in einem privatzimmer untergebracht waren. Da bekommt man es mit der Hausmannskost des Kubaners zu tun. Nicht etwa in einem Hotel wo fast westliche speisen kredenzt werden damit der touri wiederkommt. Der hotelreisende erlebt Kuba nicht. In diesen casa particular zimmerlein ohne Fenster, ja fenster das ist auch etwas was der Kubaner überhaupt nicht mag oder nicht kennt. Oder es ist ihm einfach zu kompliziert ein loch in die pappwand zu schneiden. Nun ist da eben das so genannte frühstück dabei. Es besteht aus Stangenbrot das aber letzte Woche schon in scheiben geschnitten wurde damit es gut ausgetrocknet ist und vor allem dass der Zimmervermieter nicht überfordert ist wenn er in der frühe das Brot auch noch herschneiden müsste. Dazu Brot zu sagen klingt vor allem für mich wie hohn. Wenn man eine scheibe nimmt so hat man das Gefühl das schwarze unter dem kleinen Fingernagel wiegt mehr. Immer hat es ein loch in der mitte so dass wenn man etwas hätte was man draufschmieren wollte es sofort durch das loch auf den Tisch tropft denn einen Teller gibt es natürlich nicht. Fast würde ich auch zu dem Schluß kommen es sind Stangen aus Balsaholz die hier aufgetischt werden. Nö ich bin mir fast sicher denn wenn man den Fehler macht und hineinbeisst reißt es einem den gaumen auf oder die Splitter dringen tief in das zahnfleisch. Darob das grauen geht weiter. Wenn es der Hausherr gut meint hat er irgendwo Eier gefunden. Von welchem Tiere sie stammen ist ihm einerlei doch ich muß schon zu seiner Verteidigung sagen daß es wohl von Hühnern stammen muß denn alle anderen Tiere sind längst aufgegessen. Wann er sie allerdings fand, das weiß wohl nur der Che. Ja jetzt kommt der Festschmaus. Es gibt Oevos revueltos. Rührei. Mann nehme das ranzigste öl unter der herrlichen sonne Kubas, vermische es mit dem ei von dem wenigstens die meisten schalenteile entfernt wurden und mache es in einer Pfanne die zuletzt in der Altsteinzeit gereinigt wurde, warm. Das war’s. Und das kommt dann tatsächlich auf ein Teller. Unmöglich meinen sie. Doch, denn selbst der Hausherr hat ja schließlich Manieren. Man nimmt die gabel und sticht ein stück herunter und führt es zum munde. Jetzt ein bisschen überwindung, ungefähr so als wolle man einem Stier den allerwertesten lecken, und schwups hinein. Dieser unaussprechliche Geschmack, diese unerreichte Konsistenz dieser unsägliche Genuß. Wenn man viel glück hat bekommt man auf anfrage einen verklebten Salzstreuer in dem sich nach entfernen des Deckels soviel salz befindet das man das Rührei damit betäuben kann. Sie meinen wohl das war’s. Aber hallo. Lange nicht. Jetzt geht’s weiter. Dazu Fruchtsaft mit Fruchtfleisch frisch gepresst anno domini 1809. Aber zwischenzeitlich in eine Plastikflasche umgefüllt die man leicht von einem der vielen plastikflaschen-aus-dem-müll-sammler erwerben kann.
Natürlich hat man ihn irgendwann in den 50ern in einen Kühlschrank russischer Produktion gestellt. Er ist kalt. Aber trinken. Keine frage. Aber nein. Es gibt natürlich auch frisches Obst und die herrlichsten Südfrüchte. Mango, Papaya, Melone, Ananas, Guave, Banane, und Früchte deren Namen ich noch nie gehört habe. Da freut man sich doch drauf. Das Wasser läuft einem im munde zusammen, denn die Früchte haben ja schalen und getreu dem Motto der englischen kolonialfahrer, cook it, pell it, or forget it kann man das bedenkenlos essen. Mitnichten. Denn der Hausherr denkt ja mit. Vorsorglich wie beim Balsaholzbrot hat er die Früchte schon weihnachten hergeschnitten in ein glasschüsselchen getan und in den russischen refrigator gestellt, direkt neben dem Huhn das die Eier legte. Das Huhn hatte er aber vergessen es steht seit der Revolution darin. Alufolie? Aber was. Nur mit allerhöchster Fantasie wie es nur wenige Menschen vermögen kann man sich den duft diese refrigators vorstellen wenn nach so langer zeit wieder einmal die Tür geöffnet wird. Zudem wurden die Früchte mit demselben Messer und auf demselben holzbrett wie damals das Huhn geschnitten. Nur das zwischenzeitlich Zwiebel und Knoblauch darauf geschnitten wurden. Für was diese verwendet wurden? Ich weiß es nicht und will es auch nicht wissen. Das glasschälchen stellt der Hausherr voller stolz auf den Tisch. Mann nimmt die Rührei kontaminierte gabel, sticht ein stück Mango auf und versucht die Fäden abzureißen die beim wegziehen entstehen. Mahlzeit. Ich will mich ja nicht beschweren es gibt ja noch Butter. Gelb, Pickelig, flüssig mit etwas bröckerl. Wahrscheinlich Eiter direkt aus dem Kuheuter. Und ja das ich nichts vergess. Honig. Seltsamerweise war der einigermaßen in Ordnung. Aber Honig ohne alles ist auch nicht sehr ergiebig. Ja so gestärkt, eben nur ein kleines Tässchen espresso- megastark und megaschwarz im Magen steht man auf und macht dinge die Touristen eben so machen. Der Gerd und der Jan gingen in den Tanzkurs, lernten dabei aber mehr spanisch als tanzen denn der Professor de la bailar salsa war ein Schwätzer, der Sepp und ich fuhren an den strand wo wir baden, faulenzen und etwas essen wollten denn da gibt es lecker fisch, frisch gefangen. Als wir zum Bus gingen und eingestiegen waren wuchtete sich noch ein älterer dicker man mit haglstecker und ein etwas dünnerer mit seinem süßen jungen cubahörnchen in den Bus. Die blicke die Sepp und ich austauschten bedürfen keiner Worte. Wir fuhren zum strand es war super sonne, weißer strand, blaues Meer, einfach super. Wir setzten uns an einen Tisch unter dem Sonnenschirm direkt am Meer, bestellten fisch und mojito und ließen uns die sonne auf den wanst scheinen. Der mojito kam, aber auch der wind. Und Wolken. Und regen. Frage nicht. So was geht unheimlich schnell am Meer. Na super. Wir packten unsere sieben sachen und gingen in die strandhütte wo schon viele leute saßen. Wir schauten raus und bestellten noch einen mojito. Neben uns saßen die zwei älteren Herren vom Bus mit der jungen cubamaus und dreimal dürfen sie raten, es waren deutsche. Der Titus und der Roland.
Der Titus war der ältere, er hatte einen dicken bauch, hässliche Brille, eine bezaubernde Glatze und war weltgewandt, gesprächig und gut drauf. Natürlich plapperte er uns umgehend an. Und das Schicksal nahm seinen lauf. Wir redeten und diskutierten und tranken noch ein, zwei mojito oder acht worauf auch wir verstockten niederbayern gesprächig wurden. Titus wohnt nördlich von Frankfurt in einer kleinen Stadt in einer Eigentumswohnung mit seiner Frau. Vor einiger zeit hat er eine knieoperation gehabt und kann nicht mehr gut gehen denn der Knorpel sei schon sehr abgewetzt und er befürchte ein knieimplantat im rechten Bein. Deshalb auch der Stock an dem er ging. Jedoch als er in der ersten Nacht aus dem bett fiel hat er sich das linke knie dermaßen angestoßen das er jetzt nicht mehr wisse ob er den stock in die rechte oder linke hand nehmen solle. Was natürlich zur allgemeinen Erheiterung in der runde mit wohlwollendem Gelächter aufgenommen wurde. Er sagte wir können uns nicht vorstellen wie er früher ausgesehen hat. Er war einmal landessieger im weitspringen, fuhr rad, war im Sportverein, ging viel und ausdauernd wandern in die berge und kannte die Gipfel der Alpen. Er sagte uns offen er wäre jetzt 68 Jahre, habe zwei erwachsene wohlgeratene Kinder die sehr erfolgreich in ihren berufen wären, natürlich wie es sich gehört ein Sohn und eine Tochter. Er ist in Pension und war bei einer sehr großen chemiefirma in der innenrevision.
Seine Frau wie er selber sagte ist schon sehr früh viereckig geworden und hatte keine lust mehr auf kindermachen üben denn es wäre wohl mit über 40 sinnlos. Der Roland ist Fotograf und Journalist, 58, und hatte die hübsche Kubanerin dabei. Er sagte nicht viel aber er fotografierte uns als die strandband zu spielen anhub und ich natürlich die ebenmäßige Schönheit zum tanzen aufforderte. Es wurden sehr schöne Fotos. Wir bekamen auch keinen Fisch mehr denn er war aus. Damit hatte der mojito nach dem fulminanten frühstück natürlich leichtes spiel mit uns. Titus erzählte uns er komme jedes Jahr nach Kuba und habe da immer eine Freundin die er extra aus Santiago kommen lasse. Sie dürfen dreimal raten warum Titus aus dem bette fiel. Wir lachten sehr viel und Titus erzählte uns sachen die unsere haare zu berge stehen ließen. Wenn wir welche gehabt hätten. Jetzt wollte ich es aber schon wissen.
Die frage brannte mir unter den Fingernägeln. Und schließlich wird jeder von uns einmal 68 wenn uns nicht vorher ein kubanisches frühstück zur strecke gebracht hat. Mann will schon wissen was dann so ist. Und ich fragte ihn. Offen! Unumwunden! Geht’s noch mit 68??? Der freundliche, wortgewandte, lebenserfahrene Lustgreis lachte nur und sagte ob wir noch nie etwas von viagra oder casalis gehört hätten. Gehört natürlich schon aber ob es auch wirke wurde in den raum gestellt. Natürlich amüsierte sich Titus und erklärte uns wie er es so macht. Das war schon eine neue Erkenntnis. Man wirft es so ein zwei stunden vorher ein und wenn s zur Sache geht dann steigt der Drache. Und ich dachte immer wenn man so eine isst hat man eine dauererektion. Keineswegs. Wir grünen jungs hörten noch einige nicht druckbare Geschichten und erhoben uns dann um nach haus zu fahren. Der Roland nahm in einem Anfall von alkoholvernebeltheit und Zuneigung zur tags zuvor erst kennen gelernten Frau ebendiese in den arm. Und in Kuba muß man wissen ist so was verboten. Sofort stand ein Polizist wie vom himmel gefallen vor den beiden und nahm den Ausweis der Frau an sich. Sie diskutierten und der Bulle schien gleichgültig und versuchte mit dem walkie talkie ihre Daten abzufragen. Was natürlich ein fake ist denn in Kuba gibt’s gar keine funkwellen. Plötzlich hörten wir vom strand hinten Geschrei und der Bulle lief so schnell, wie ich noch nie einen Kubaner bewegen sah, dahin. Ein Kubaner hatte auch acht mojito getrunken und randalierte eben ein wenig. Nur ganz wenig. Echt. Er redete einfach nur etwas laut. Aus der erde gewachsen standen fünf Polizisten und knüppelten den armen nieder und legten ihm Handschellen mit armen auf dem rücken an. Er wälzte sich am Boden und schrie unentwegt pinga, pinga, was schwanz bedeutet und soviel ist wie bei uns fuck nur das der Kubaner dieses wort viele tausendmal am tag benutzt. Es ist ein Wahnsinn was dann ablief. Die freunde des geprügelten waren auch da und als ein Polizist ein paar Worte zu ihnen sagte knieten diese nieder, also echt auf die knie, sozusagen in unterwerfungsstellung, verhüllten ihre Gesichter ins T- shirt und weinten rotzerbärmlich. Sie gingen cool auf und ab und taten voll gleichgültig. Der Titus der Sepp und ich hatte vorher von einem Kubaner etwas Geschmeide und Tand gekauft. Der kam jetzt an Roland heran und erklärte uns mit ernster miene das er etwas regeln könne. Der Roland gab ihm 20 cuc der Kubaner ging zum Jeffe der Polizia und redete auf ihn ein. Der tat völlig gleichgültig. Ich dachte das wird nie was. Plötzlich gab der Bulle ihm alle ausweise die er hatte aus der Hosentasche und gab sie dem Mann. Er suchte sich den Ausweis von Rolands Freundin heraus und gab die anderen zurück. Dabei muß er ihm wohl auch den 20er zugesteckt haben was ich aber gar nicht sah, obwohl ich danebenstand. Aber der Titus hat’s gesehen. Heilfroh gingen wir zum Bus und fuhren nach Havanna. Der Roland ging sogleich ins Casa der Titus, Sepp und ich tranken noch einen Espresso. Da sagte der Titus wenn wir wollen zeigt er uns noch seine absteige wo auch seine Chica auf ihn warte. Da sagten wir nicht nein zumal es gleich um die Ecke war. Wir gingen hinauf in die Wohnung, auf dem Sofa saßen die Oma, die Mutter und der Opa und begrüßten uns sehr freundlich. Eine junge hübsche Tochter des Hauses nahm sofort reißaus sie dachte sicherlich der Titus wolle sie uns verkaufen.
Der freundliche sympathische Sextourist zeigte uns seine Chica die wir bewundernd anschauten und ging sogleich zu Rolands Zimmer in dem der grad zugange war. Aber er zog sich die Hose wieder an und kam lachend und stolz aus dem Zimmer.
Die Schönheit lag räkelnd, nur mit BH und String bekleidet auf dem Bette und wir kamen natürlich nicht umhin den ein oder anderen Blick ins Zimmer zu werfen. Sepp und ich schauten uns nur an und wollten gehen. Die beiden netten, älteren, liebevollen, sympathischen und überaus freundlichen Sextouristen verabschiedeten uns mit besten grüßen und Wünschen und gingen wahrscheinlich als wir unten auf die Straße kamen schon wieder ihren illusteren Tätigkeiten nach. Nun noch eine letzte Frage. Werden wir auch mal so, sagte ich zu Sepp?
Ich weiß nicht sagte Sepp, aber er hat das sicherlich nicht vor und ich auch nicht. Ist schon lustig was eine kleine blaue Tablette so alles auslöst, die ist doch schuld oder? Oder ist es gar nicht die Tablette sondern der Sextourist. Oder die Chicas die sich kaufen lassen weil sie Geld brauchen um zu überleben. Darüber sollten wir nachdenken. Socialismo o Muerte???
Dann schon lieber Muerte. NIK